13.10.2014

Die Journalisten-App der Woche: Thinglink

Bilder funktionieren im Internet sehr gut. Dank Thinglink können Bilder aber noch viel mehr.

Bilder lassen sich im Internet mit Zusatzinformationen versehen. Jeder, der schon mal ein Foto bei Facebook getagged hat, kennt das Prinzip. Man fügt dem Bild eine ergänzende Information – hier den Namen und Account der abgebildeten Person – hinzu. Diese wird sichtbar, wenn man mit der Maus oder dem Finger über das Bild fährt oder wischt.

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Ziemlich praktisch ist das, um Gebrauchsanweisungen, Rezepte oder den Inhalt des Kleiderschrankes auf einen Blick zu erklären. Bei Bedarf kann man sich dann ergänzende Texte, Links, Videos oder Audios auf einer ergänzenden Ebene anschauen, ohne das Bild zu verlassen.

Seit Jahren ist Thinglink in diesem Bereich der Qualitätsanbieter. Einfach einloggen, Bild hochladen, Zusatzinfos via Links einfügen, fertig. Das Ergebnis lässt sich dann via Embed-Code, genau wie ein YouTube-Video, einbetten. Seit einiger Zeit gibt es für Thinglink auch eine mobile Version als App – sowohl für iOS, als auch für Android.

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Das User Interface der App ist nahezu selbsterklärend. Bei der ersten Benutzung wird man zudem einmal durch den gesamten Prozess vom Einladen eines Bildes bis hin zu den Möglichkeiten der Verbreitung auf Thinglink, Twitter, Facebook, Tumblr etc. geleitet.

Es lassen sich beliebig viele mediale Inhalte auf ein Bild legen, allerdings wird es – abhängig von den jeweiligen Inhalten – relativ schnell relativ voll auf so einem Bild. Unterscheiden lassen sich „Text“ und „Media“-Inhalte. Wobei Text in diesem Fall auch eine URL oder einen Twitter-Account bedeutet.

Dank des so genannten Rich Media Tags für HTML5 erkennt Soundcloud automatisch, ob es sich um einen der folgenden Dienste handelt. Erkannt werden hier beispielsweise Soundcloud oder Mixcloud. Ergänzend lassen sich Bilder und Videos hinzufügen. Nicht möglich ist derzeit der direkte Audio-Upload. Hier muss man den Umweg über einen expliziten Audiodienst gehen oder auf eine App wie JamSnap zurückgreifen.

Bildschirmfoto 2014-10-12 um 13.13.06

Thinglink

Verfügbar für iOS und Android

Eigentlich erstaunlich, dass die Nutzung von Thinglink nicht deutlich größer ist. Das Interface ist sehr intuitiv und der Mehrwert klar erkennbar.

Wenn Sie ein schönes Beispiel erstellt oder gesehen haben, posten Sie es doch bitte gerne in die Kommentare.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: JOURNALISMUS & NETZ, JOURNALISMUS & TECHNIK, Produzieren, Publizieren

0 Kommentare zu diesem Artikel


  1. Sehr spannend!! Nur verstehe ich das mit dem „expliziten Audiodienst“ noch nicht – was könnte das zum Beispiel sein??

    • Hi Friedrike, wenn Du ein Audio mit beispielsweise Soundcloud erstellt und hochgeladen hast, dann kannst Du dieses Audio einfach durch Einfügen des Links zum Audios in das Textfeld bei Thinglink ein Audio mit auf das Bild packen. Leider hat Soundcloud die Upload-Funktion gerade aus seiner mobilen App geschmissen, aber im Browser funktioniert es noch.

      • Verstehe. Also direkt vom Rechner aus gehts nicht, sondern nur über den Umweg soundcloud und co. Naja, das ließe sich machen. Danke!

  2. „Eigentlich erstaunlich, dass die Nutzung von Thinglink nicht deutlich größer ist. Das Interface ist sehr intuitiv und der Mehrwert klar erkennbar.“

    Naja, mindestens zwei Aspekte an ThingLink geben (mir) zu denken. Zum Einen: Für die (private) Nutzung ist wenig transparent, welche Veröffentlichungs- oder auch Verwertungsrechte man mit dem Hochladen von Fotos womöglich an den Betreiber von ThingLink abtritt, zumal ja alle Fotos auf dem ThingLink-Server gespeichert sind. Auch ist unklar, was das Unternehmen Thinglink Oy mit den Daten der Nutzer alles machen darf. In der (iOS-App) zumindest finden sich keine Hinweise auf „Terms of Service“ oder AGB; wenn man diese auf der Website liest https://www.thinglink.com/terms, findet sich dort die für Social Media Plattformen übliche Formel: Du, Nutzer, als unser Kunde bleibst für alles, was Du hochlädst verantwortlich, wir, als Service-Betreiber, dürfen mit dem hochgeladenen Material eigentlich alles machen, und wir als Dein Geschäftspartner werden alle Deine Daten sammeln und vermarkten, dem stimmst Du mit Einrichtung eines Accounts zu. So weit, so üblich und womöglich akzeptabel, aber aus der Perspektive professionell agierender (Foto-)Journalisten nicht unbedingt „solvent“.
    Zum Anderen: Sobald man ThingLink für geschäftliche Zwecke, also kommerziell nutzen will, sind Monatsgebüren von 250 oder 1500 US-Dollar zu bezahlen („Starter-Pack“ für 50 US-Dollar, siehe https://www.thinglink.com/signup ). Das mag für Agenturen und Verlage machbar sein – für freie oder soloselbständige Journalisten ist das ganz gewiss eine ziemlich hohe Bezahlmauer.
    Gewiss lässt sich fragen, ob das Veröffentlichen eines via ThingLink hochgetunten Fotos auf der Facebookseite oder auf dem Blog eines freien Journalisten nun eine kommerzielle Anwendung ist, oder nicht. Aber man sollte das vermutlich schon bedenken, wenn man erwägt, ThingLink als PR- und/oder Erzähl-Werkzeug zu nutzen: es könnte teuer werden.

    • Hi Henry, danke für die richtigen und wichtigen Ergänzungen. Mein Fokus liegt hier ganz generell beim Ausprobieren. Ob wann und wie sich dann Apps bezahlt und unter Abwägung der Datensicherheit und Verwertungsrechte in den Berufsalltag integrieren lassen ist der nächste Schritt – auf den Du zurecht hinweist. Ein Blick in die AGBs ist sicher immer empfehlenswert, auch wenn es wenig bis nie gemacht wird.

      • Hi Marcus, verstehe schon. Gleichwohl finde ich es auch für kurze Ausprobier-Berichte hilfreich, wenigstens einen kurzen Ein-Satz-Hinweis zu geben, dass die kommerzielle Nutzung eines solchen Service – die für (freie) Journalisten eine wichtige Perspektive ist – erstens einiges kostet und zweitens verwertungsrechtlich unsicher ist.
        Das Prinzip von ThingLink, interaktive Marker/Links in ein Bild zu platzieren, finde ich im übrigen sehr gut, es eröffnet dem journalistischen Mitteilen und Vermitteln hier und da passende Optionen. Aber könnte man dafür nicht ein Editier-Werkzeug schaffen – als App und/oder Online-Service – , dass ähnliche Ergebnisse liefert, doch ohne Server-Upload und hohe Gebühren auskommt?

  3. @Henry: Es gibt doch auf der Website vier verschiedene Account-Typen, darunter das „Basic Account“, kostenlos und für „commercial use ok“: http://www.thinglink.com/tutorial/basic%20account Das ist doch das, was Du suchst, oder?

  4. Genau, es gibt doch eine gratis-Business-Variante. Jedenfalls vielen Dank für den Hinweis zu dem Tool, werde es mal ausprobieren!